:1. Digital Independence Day Kaarst:
Datum: 2026/03/08
In der fortlaufenden Reihe der Veranstaltungen zur selbstwirksamen Wiedererlangung der digitalen Unabhängigkeit[1, 2, 3, 4] holten das Culture Hacking Team[5] und die Kaarster Linux User Group (KaaLUG)[6, 7] erstmalig den Digital Independence Day[8, 9, 10] nach Kaarst.[11, 12, 13, 14, 15, 16, 17] Den Weg zum Tuppenhof[18, 19, 20, 21] fanden rund 30 interessierte BesucherInnen. Nach einer allgemeinen Einführung ergab sich als Hauptthema des Tages eine angeregte Diskussion über das Fediverse[22], welches Social Media[23, 24] so im sozialen Sinne (also ohne Manipulation, Hass und Hetze[25, 26, 27, 28]) verkörpert, wie dies eigentlich gedacht ist.
Sehr gefreut haben wir uns über den Besuch einiger Mitglieder der Linux User im Probierwerk Opladen (LUPO)[29], deren Kontakt durch den Wegzug eines KaaLUG-Mitglieds zustande kam. Nach diesem erfreulichen Start werden wir Folgeveranstaltungen planen, bei denen es um Themen wie die Installation alternativer Browser[30] und Messenger[31] so wie den Wechsel auf eine geeignete Linux-Distribution[32] und weitere noch zu planende Themen gehen wird.
Weitere Informationen und Bilder zum 1. DID Kaarst findet ihr hier.[33, 34, 35] Über die genannten Kanäle werden auch die Informationen zu den Folgeveranstaltungen erscheinen. Diese Galerie[36] befindet sich parallel auf meiner gesellschaftspolitischen Seite MutbürgerDokus.
© www.linux-praktiker.de: 1. Digital Independence Day Kaarst (Foto 1/3)
Begrüßung und Einführung in's Thema von Frank Ahlert[37, 38] (Culture Hacking Team)
1. Digital Independence Day Kaarst (Audio 1/4)
Begrüßung und Einleitung von Frank Ahlert (zusammengeschnitten) (Audio 1/4) [MP3]
Frank Ahlert sprach zu folgenden Themen:
- Er skizzierte die Entstehungsgeschichte des DID, der auf dem letztjährigen Chaos Communication Congress[39, 40] mit dem Vortrag Die Känguru-Rebellion: Digital Independence Day[41], gehalten von Marc-Uwe Kling[42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50], vorgestellt wurde.
- Frank Ahlert stellte sich vor und erläuterte, wie es zu der heutigen Veranstaltung kam.
- Er legte dar, wie es von der einstigen Dezentralität des Internets zur heutigen Monopolisierung durch die großen Tech-Unternehmen kam und welche Folgen dies hat.[51, 52, 53, 54] Konkret prangerte er die Meinungskontrolle durch diese Unternehmen[55] und die demokratiefeindlichen[56, 57, 58] Bestrebungen der Geldgeber und autokratischen PolitikerInnen[59, 60, 61, 62, 63] an, die eine hochlukrative Empörungsindustrie[64, 65, 66, 67, 68] aufgebaut und kein Interesse am Erhalt der Demokratie haben.
- Er erinnerte an den bemerkenswerten Fall des – wahrscheinlich ausgelöst durch eine Anweisung von Präsident Trump an Microsoft – von den eigenen Emails abgeklemmten Internationalen Strafgerichtshof[69, 70, 71] und der unter Eid getätigten Aussage eines Managers, dass die in Europa von Microsoft erfassten KundInnendaten nicht vor dem Zugriff durch amerikanische Behörden geschützt werden können.[72, 73, 74, 75, 76]
- Frank Ahlert prangerte den den Datenschutz abschwächenden EU-Lobbyismus[77, 78, 79] an und nannte einige Beispiele, welche Folgen dies hat inkl. der neuesten Anweisung von Donald Trump, dass DiplomatInnen nun alles dafür tun sollen, um den europäischen Datenschutz[80, 81] und die Datenschutz-Grundverordnung[82, 83, 84] zu schwächen.
- Als einen Teilschritt für EndanwenderInnen zur Wiedererlangung der Digitalen Souveränität[85] thematisierte er die Möglichkeiten des Fediverse und kündigte an, in Folgeveranstaltungen weitere Themen anzusprechen.
- Als Mutmacher berichtete er davon, dass der Internationale Strafgerichtshof nach diesem Vorfall sich von Microsoft trennte und inzwischen in der Verwaltung auf ein deutsches Softwareprodukt setzt.[86, 87]
- Dann zeigte er, wie seit dem Twitter-Kauf durch Musk die Nutzungszahlen eingebrochen sind.[88, 89, 90]
- Als weiteres Positivbeispiel erwähnte er die schon zu 80% erfolgte Umstellung der behördlichen IT des Landes Schleswig-Holstein auf Libreoffice.[91, 92, 93, 94, 95, 96]
- Frank Ahlert klärte das Märchen von der Reichweite in Social Media[97] auf.
- Er präsentierte eine Liste der klassischen Social Media und welche Alternativen es dazu im Fediverse gibt.[98, 99, 100, 101, 102, 103]
- Lobend erwähnte er Linux.[104] (Veto: Trotz der zweifelsfrei vorhandenen persönlichen Präferenz lässt sich die so sympathisch klingende Aussage, dass Linux schneller und stabiler als Windows sei bei einer differenzierten Betrachtung faktisch nicht halten.[105, 106, 107, 108, 109, 110] Der wohl wichtigere kritisierte Punkt der Beschnüffelung der zahlenden Kundschaft(!) bei Windows ist allerdings richtig![111, 112] Hinweis: Der in zahlreichen Presseerzeugnissen zu lesende Hinweis, dass es angeblich für Linux weniger Software als für Windows gäbe, ist totaler Unsinn bzw. differenzierter zu betrachten: Beispielsweise Debian GNU/Linux[113, 114, 115] erhält mit jeder neuen Veröffentlichung massiv mehr Pakete[116] und bietet nicht weniger Pakete an als Windows, sondern hat im Gegensatz zu dessen unkontrollierbarem Wildwuchs eine ordentlich funktionierende Paketverwaltung[117, 118], die einen recht guten Schutz dagegen darstellt, dass irgendein das System gefährdender Mist installiert werden kann. Faktisch enthält GNU/Linux nicht weniger, sondern vielfach andere Programme, mit denen man sich genauer beschäftigen sollte, bevor man irgendein Halbwissen in die Welt schrei(b)t! Nur zur Einordnung: GNU/Linux skaliert – im Gegensatz zu diesem sonstigen zweitklassigen Mist – von der kleinen Disketten-Lösung[119, 120] bis hin zum Großrechner.[121] Es gibt somit nichts, was dieses System prinzipiell nicht kann – außer es wird von der programmierenden Zunft ignoriert!)
- Anschließend erwähnte Frank Ahlert Custom ROMs für Mobiltelefone[122, 123, 124] und warb dafür, vorhandene Expertise in verständlichen Abschnitten gerne mit einzubringen.
- Er empfahl bedingt und temporär den Messenger Signal[125, 126, 127] zur Kommunikation und wies auf die eingerichtete Signalgruppe DID Kaarst[128] hin.
- Als weitere mögliche Alternative empfahl er den Messenger Threema.[129, 130, 131, 132, 133] (Hinweis: Weitere unterschiedlich aktuelle Informationsseiten zur Wahl des richtigen Messengers habe ich im KaaLUG-Wiki zusammengestellt.[134])
- Neben der KaaLUG erwähnte er die nicht anwesenden Computerfreunde Niederrhein[135], die an ähnlichen Themen arbeiten[136] sowie die Repair Cafés mit Linux-Support (Hinweis: Die Repair Cafés mit Linux-Installations-Hilfe finden nicht nur in Kaarst[137], sondern auch in Korschenbroich[138, 139] und Meerbusch[140, 141] statt.)
- Als gute Informationsquelle zu Fragen der Sicherheit empfahl er den Kuketz IT-Security Blog[142, 143] und den Hashtag[144, 145, 146] #UnplugBigTech.[147, 148] (Hinweis: Als eine sehr tief gehende und anspruchsvolle Quelle zu Fragen der Sicherheit und Überwachung soll hier das Kai Raven Wiki[149] ergänzt werden.)
- Anschließend konnten Fragen gestellt werden. Auf Nachfrage erklärte Frank Ahlert den Begriff Fediverse +1 als eine Taktik, neben den etablierten Kanälen weitere alternative und funktionsidentische Kanäle zu bespielen.[150] Ein Besucher ergänzte, dass nach einer Übergangszeit der klassische Kommunikationskanal gelöscht und ab dann nur noch der alternative Kanal benutzt werden sollte. Frank Ahlert stellte als Fazit fest, dass es genau dieser Anspruch des Digital Independence Day ist, den Menschen diesen Übergang zu wirklich freien Diensten zu ermöglichen.
© www.linux-praktiker.de: 1. Digital Independence Day Kaarst (Foto 2/3)
Anschließend stellte der KaaLUG-Mitgründer Hanjo Loeben[151, 152, 153] die Geschichte und Arbeit der Kaarster Linux User Group vor.
1. Digital Independence Day Kaarst (Audio 2/4)
Hanjo Loeben stellte die KaaLUG und die Umstellung auf Linux vor. (Audio 2/4) [MP3]
Hanjo Loeben sprach zu folgenden Themen:
- Er sprach zur Motivation der seit 2004 existierenden Kaarster Linux User Group und positionierte sich eindeutig gegen die Entsorgung von Rechnern nach dem Windows 10-Ende[154, 155, 156], da sie nach der Windows-Entwöhnung der BenutzerInnen mit Linux problemlos weiter laufen.[157, 158, 159]
- Er skizzierte, wie sich von der 1991 angekündigten Veröffentlichung des ersten Linux-Kernels[160, 161] von Linus Torvalds[162, 163], das System bis zum heutigen sehr umfangreichen Linux-Ökosystem weiterentwickelte.
- Er erzählte, dass Interessierte gerne mit ihren Computern zur KaaLUG oder zu den Computerfreunden Niederrhein kommen können, um dort Hilfe bei der Umstellung auf Linux zu erhalten und empfahl die Linux-Distribution[164, 165] Linux Mint.[166, 167] (Hinweis: Linux Mint gibt es auch direkt vollständig auf deutsch lokalisiert zum freien Download.[168, 169])
- Als Frage kam, ob die Installation von Linux auch auf Mac-Rechnern möglich sei, was der mit der KaaLUG verbundene Michael Fischer[170, 171] mit Linux Mint problemlos durchgeführt hat. Ich ergänzte, dass macOS aufgrund seiner FreeBSD-Abstammung[172, 173] nicht unähnlich zu Linux ist. (Hinweis: Dies gilt zumindest für jene Apple-Rechner, die auf der x86-Architektur[174] basieren.[175, 176, 177])
1. Digital Independence Day Kaarst (Audio 3/4)
Diskussion mit Frank Ahlert: Der Weg zu Linux, Grafikprogramme und Smartphones (Audio 3/4) [MP3]
Es wurde zu folgenden Themen gesprochen:
- Frank Ahlert skizzierte seine eigenen gerade laufenden Prozesse der Umstellung auf Linux auf dem Desktoprechner sowie den Wechsel auf das /e/OS-Smartphone-Betriebssystem.[178, 179, 180, 181, 182] Er berichtete von seiner Liste zur Umstellung der Apps mit unterschiedlicher Priorisierung.
- Ein Besucher berichtete von seinen Erfahrungen, dass bei einem normalen Windows-System ungefragt Programme mit installiert werden und er bei einem Linux-System selber bestimmen kann, welche Software er haben will. Leider hatte bei einem auf Linux umgestellten Rechner das nicht mehr vorhandene Passwort des Windows-Digital Rights Management dessen Nutzung verhindert.[183]
- Eine Besucherin fragte nach Grafik-Programmen für Linux[184, 185, 186], woraus sich eine angeregte Diskussion ergab, da einige Anwesende recht vielseitige Erfahrungen mit Grafik-Programmen gemacht haben. Eine weitere Besucherin empfahl, Tipps zu Programmen bei Youtube zu suchen und ergänzte später, dass man die gängigen Linux-Distributionen vor der Installation über einen USB-Stick als Live-System[187, 188] ausprobieren kann.
- Auf Nachfrage ergänzte Frank Ahlert, dass er /e/OS auf einem als nachhaltig und fair geltenden Shiftphone[189, 190] betreibt.
1. Digital Independence Day Kaarst (Audio 4/4)
Diskussion mit Frank Ahlert: Einblick ins Fediverse (Audio 4/4) [MP3]
Es wurde zu folgenden Themen gesprochen:
- Frank Ahlert eröffnete die Diskussion mit seinem aktuellen Fund der Fedimap.de[191], wo auch die KaaLUG zu finden ist. Ich ergänzte, dass dieses Projekt schon einmal betrieben, dann eingestellt und kürzlich wiederbelebt wurde.[192]
- Aus diesem Hinweis ergab sich dann das Fediverse als Hauptthema des Tages und es wurde besprochen, dass die Linux-Installation das Schwerpunktthema des nächsten Treffens sein soll.
- Er erläuterte, dass das Fediverse als föderiertes Universum ganz der Grundidee des dezentral geschaffenen Internets[193] folgt und somit die heute etablierten zentralisierten Monopolisten-Plattformen[194, 195] diesem Konzept widersprechen. Diesem manipulativen Konzept der (A)Sozialen Hetzwerke (Hinweis: Stichworte dazu sind (digitale) Aufmerksamkeitsökonomie[196, 197, 198, 199, 200, 201, 202] und Plattformkapitalismus[203, 204, 205, 206] – was überspitzt, aber sehr treffend 2020 im Satiremagazin Extra 3[207] dargestellt wurde[208]) steht das dezentral und frei organisierte Fediverse gegenüber, welches keine algorithmusgesteuerte und aufmerksamkeitsbindende[209] Timeline[210, 211] kennt, sondern dass die Benutzenden selber entscheiden können, was sie interessiert. Eine Besucherin ergänzte, dass die Benutzenden ungewünsche Beiträge in ihrer Timeline blockieren können.[212]
- Frank Ahlert berichtete, dass man dank der Open Source-Software[213, 214] von Mastodon[215] selber eine eigene Instanz aufsetzen könne.[216, 217] Anschließend erläuterte er die Bedeutung des zugrundeliegenden Kommunikationsprotokolls ActivityPub[218, 219, 220, 221, 222, 223, 224] und stellte einige der bekanntesten Dienste des Fediverse[225, 226, 227] vor.
- Ich ergänzte, dass Mastodon nicht der einzige Microblogging-Dienst[228] im Fediverse ist, aber der wohl Bekannteste.[229]
- Als weiteres Kernelement des Fediverse stellte Frank Ahlert die plattform- und diensteübergreifenden Kommunikationsmöglichkeiten dar.[230]
- Auf eine Publikumsfrage hin legte er dar, dass Aufmerksamkeit und Reputation im Fediverse nicht durch Algorithmen, sondern durch eigene Aktivität entstehen – im Gegensatz zu den klassischen Social Media, wo sie in großem Maße durch Social Bots[231, 232, 233, 234, 235, 236, 237] generiert werden. (Hinweis: Die von Frank Ahlert genannte Zahl aktiver Konten für das gesamte Fediverse war allerdings untertrieben.[238]) Die Profilbildung der Nutzenden führt zur zielgerichteten Anzeige von Werbung, die sogar Suchtzustände[239, 240, 241, 242, 243, 244] produziert. Eine Besucherin ergänzte, dass die Mischung aus Empörung und Bots zu den absurd hohen (und vielfach nicht real existierenden) Klickzahlen führt. (Hinweis: Stichworte dazu sind Doomscrolling[245, 246, 247, 248, 249, 250, 251] und Digital Detox[252, 253, 254])
- Eine Besucherin fragte, ob Jede/r grenzwertiges Material hochladen könne, was mit dem Verweis auf die Community-Regeln der Instanz und den Rechtsrahmen beantwortet wurde.
- Hanjo Loeben fragte, ob das Urheberrecht im Fediverse bei den Schaffenden verbleibe[255, 256], was Frank Ahlert bestätigte.
- Ein Besucher fragte nach dem Umgang mit der auch ohne Bots sicher vorhandenen Empörung und den Falschbehauptungen. Frank verwies auf die individuellen Verhaltensregeln der verschiedenen Instanzen und dass dieser Unsinn aufgrund der fehlenden Algorithmen keine Verbreitung finde. Eine Besucherin ergänzte, dass unangenehme Instanzen und Benutzer blockiert werden können. Ein Besucher ergänzte, dass sich Instanzen über auffällige BenutzerInnen gegenseitig informieren können.
- Ich ergänzte, dass es sogar eine Instanz für Nazis geben soll.[257] Es wurde ergänzt, dass LGBT(Q+)[258, 259, 260] und andere marginalisierte Gruppen sicher in einem Safe Space[261, 262, 263] kommunizieren können wollen oder Kinder und SchülerInnen sicher vor Übergriffen durch Erwachsene kommunizieren können sollen. (Hinweis: Erschreckenderweise gibt es scheinbar Hinweise auf Hashtags zu Kindesmissbrauchsdarstellungen bei Mastodon.[264, 265]) Der Frage nach ungestörtem Handeln von Kriminellen wurde mit dem Verweis auf staatliches Handeln bei Kenntnisnahme so wie bei allen anderen Netzwerken beantwortet. Ich ergänzte, dass diese Diskussion an den ehemaligen und leider fruchtlosen Diskurs über die Einführung einer no-military-use-Klausel in die GPL[266] erinnere.
- Ein Gast erinnerte an die Verantwortung der BenutzerInnen, BesucherInnen und AdminstratorInnen sowie den auf jeder Instanz verfügbaren Melden-Button. Des weiteren gilt die Pflicht zum Uploadfilter[267, 268, 269, 270] nur für große/kommerzielle und nicht für kleinere/nicht-kommerzielle Plattformen.[271, 272, 273] Dennoch ist die Haftung für die publizierten Inhalte gesetzlich geregelt, was auch Handlungsspielräume für die Publizierenden und die UrheberInnen ermöglicht. Zudem gibt es auf allen Instanzen konkreten AnsprechpartnerInnen im Gegensatz zu den großen klassischen Social Media, wo man meistens keine Antwort erhält. (Hinweis: Es gibt übrigens eine für AnwenderInnen kostenlose Zertifizierte Streitbeilegungsstelle für Social Media[274], welche Konflikte mit einigen der bekannten großen Social Media-Plattformen juristisch klärt.)
- Frank Ahlert erinnerte daran, dass die großen Social Media-Plattformen inzwischen die Moderation der Inhalte wieder abgeschafft haben[275, 276, 277, 278, 279, 280, 281], weil Empörung für mehr Klicks und somit mehr Einnahmen sorgt. (Hinweis: Wie gut es klappt, wenn man einen Mobb ohne Moderation damit beauftragt, die Einhaltung von Regeln zu befolgen, kann man im Roman Herr der Fliegen[282, 283, 284, 285] nachlesen. Es kann aber auch ganz anders laufen![286]) Da es im Fediverse keine die Empörung nach oben spülenden Algorithmen gibt und die Reichweite eh eine Lüge ist, ist dies die bessere und ehrlichere Lösung – selbst wenn die Reichweite kontinuierliches Engagement erfordert.
- Die Frage nach dem Berufsbild des Influencers wurde nur im Kontext nichtkommerzieller Interessen gesehen. (Hinweis: Als Reaktion auf die völlig realitätsferne Weltsicht der Influencer ist eine neue Generation der Sinnfluencer herangewachsen, die eine positive Botschaft haben und wirklich die Welt verbessern wollen.[287, 288, 289] Gerade im progressiven Fediverse ohne Empörungs-Algorithmen dürften sie eine realistische Chance haben, Aufmerksamkeit zu erlangen.)
- Bei der kurzen Diskussion zur Erlangung von Reichweite ergänzte ich, dass man sich bei Mastodon mit dem Hashtag #neuhier vorstellen kann und Frank Ahlert wies auf die verfügbaren föderierten Themenlisten[290] hin.
- Er berichtete von ihm bekannten KabarettistInnen, die nicht mehr gebucht werden, weil sie nicht mehr auf Instagram sind – was als Gegenreaktion dazu führt, dass manche Bühnen Rabatte geben, wenn Tickets über das Fediverse gebucht werden, um einen Kontrapunkt zu dieser kulturpolitischen Einflussnahme durch Meta zu setzen.
- Eine Besucherin fragte nach zur Möglichkeit eigene oder Fremde Inhalte hochzuladen bzw. zu teilen.
- Zur Vertiefung in das Thema spielte Frank Ahlert das Fediverse-Erklärvideo[291] ab.
- Ein Gast fragte nach, wer die Server wo betreibt und wie finanziert[292, 293], was eine Diskussion über Selbstorganisation, Spenden und Vertrauen auslöste.
- Zu dem zuvor angeschauten Video berichtete ein Gast über die Produzentin Elena Rossini.[294, 295, 296, 297, 298, 299, 300, 301, 302, 303]
- Zum zuvor angesprochenen Thema der Kosten verlas ich zur Verdeutlichung die Erläuterungen der Instanz NRW.social.[304]
- Gemeinsam schlussfolgerten sie, dass die gerade geführte Diskussion zum Aufbau eines europäischen Sozialen Netzwerks Unsinn ist, da es mit dem Fediverse bereits ein unabhängiges Soziales Netzwerk gibt. (Hinweis: Tatsächlich gibt es gleich mehrere unterschiedlich weit gereifte und schwerpunktmäßig unterschiedlich verortete Projekte[305]: Eurosky[306, 307, 308, 309], W Social[310, 311, 312, 313, 314, 315] und Wedium.[316, 317, 318, 319, 320, 321]) Ich ergänzte, dass die Bundesregierung sich bis heute weigert, Twitter/X zu verlassen.[322, 323, 324, 325] (Kommentar: Da die Bundesregierung außerdem weiterhin die bekannten und nicht minder problematischen klassischen Social Media-Kanäle ebenfalls bespielt, zeigt dies, dass sie die Zeichen der Zeit und die Sache mit der Souveränität und dem Fediverse bis heute nicht begriffen hat.[326, 327] Als einzigen politisch korrekten Social Media-Kanal hat sie es inzwischen immerhin auf Mastodon geschafft.[328] Die Agentur Save Social – Networks For Democracy gUG[329] hat daher eine Petition[330] gestartet, um der Bundesregierung die Dringlichkeit zu vermitteln, das Kapitel Twitter/X endlich abzuschließen.)
- Eine Besucherin ergänzte, dass die Plattform Truth Social[331] von Präsident Trump von Mastodon abstammt und ich stellte klar, dass diese auf geklautem Quellcode basiert[332, 333, 334, 335] und Donald Trump wegen Verstoß gegen die Regeln der GPL vor den Richter gehört.
- Ein Besucher fragte bzgl. der Skalierungsfähigkeit des Fediverse. Ich betonte, dass es aufgrund seiner Dezentralität sehr gut skaliert[336] und dass es wichtig ist, dass man einen Account möglichst nicht auf der Hauptinstanz eines Fediverse-Dienstes anmeldet. In dem Kontext erinnerte ich an die Filesharing-Problematik[337, 338, 339] des Dienstes PeerTube, der möglicherweise sogar für die KonsumentInnen juristische Probleme bereiten könnte, falls hier urheberrechtlich geschützes Material publiziert und konsumiert wird.[340] (Hinweis: Leider muss auch angemerkt werden, dass sich Rechtsextreme und VerschwörungsideologInnen bei PeerTube sehr wohl fühlen![341])
- Frank Ahlert wies auf das entspannte Videos schauen bei den zahlreichen PeerTube-Instanzen[342] hin.
- Anschließend wurde darüber diskutiert, ob das Abschalten einer PeerTube-Instanz zu einem Verlust von Videos im gesamten Netzwerk führt und wie wichtig es ist, nur eigene Inhalte mit geklärten Urheberrechtsbedingungen hochzuladen.
- Ein Besucher fragte, ob die Bedienung per Browser oder per App erfolgt und wo man diese bekommen kann.[343, 344] Es wurde darauf hingewiesen, dass Google diese freien Apps bekämpft.[345]
- Ich wies darauf hin, dass alte Dienste wie Friendica und Diaspora sowie weitere Programme wie Wordpress per Plugin an ActivityPub angebunden werden können[346] und wies auf die kontrovers geführte Diskussion pro/contra peering[347] mit anderen Social Media wie Threads[348, 349] hin und dass hierdurch möglicherweise von Meta die Werbung ins Fediverse gedrückt werde. Mein Gesprächspartner wies darauf hin, dass Bots im Fediverse nicht grundlegend negativ betrachtet[350] aber üblicherweise gekennzeichnet werden und nannte als ein wunderbares Beispiel den die BKK-Warnmeldungen[351] im Fediverse abbildenden Bot FediNINA.[352, 353, 354], die von der NINA-WarnApp[355, 356] stammen. Ich ergänzte, dass man alternativ die Meldungen von dort auch per RSS-Feed[357, 358, 359] abonnieren kann.
- Frank Ahlert fasste noch einmal im Schnelldurchlauf die Vorteile von Mastodon zusammen und zeigte dann, wie man sich einen thematisch passenden Server[360] sucht. Hanjo Loeben ergänzte, dass nicht immer alle Instanzen die aktuelle Version der Mastodon-Software installiert haben. Es wurde ergänzt, dass die Instanzen unterschiedliche Verfahrensweisen der Anmeldung haben. Ich ergänzte, dass es auch Ein Personen-Instanzen gibt, auf denen man sich nicht anmelden kann.
- Frank Ahlert wies auf das besondere Feature von Mastodon hin, dass man bei eingefügten Bildern für sehbehinderte Menschen eine Bildbeschreibung[361] angeben kann und sollte.
- Ich wies darauf hin, dass private Kommunikation bei Mastodon unverschlüsselt ist[362, 363], so dass sich hier andere und sichere Kommunikationskanäle empfehlen.
- Er betonte die Bedeutung der Hashtags, um gefunden zu werden und zeigte die Funktion der Umfragen[364] und Trends.
- Als weiteres Feature nannte ein Besucher die Triggerwarnung/Content Warning[365], das – anders als bei den Empörungsnetzwerken – für einen freundlichen Umgang miteinander steht.
- Es wurde darauf hingewiesen, dass man bei Mastodon alles lesen kann, ohne sich zu registrieren.
- Frank Ahlert legte dar, dass es sinnvoll ist, bei einem angelegten Account eine differenzierte Profilbeschreibung anzugeben, in die man sogar Hashtags einbinden kann.
- Abschließend kündigte er die Informationszusammenstellung zum DID[366] an. (Hinweis: Weitere Informationen zum DID werden auch auf der Internetseite des Initiativkreis Linux Rhein Kreis Neuss[367] erscheinen.)
© www.linux-praktiker.de: 1. Digital Independence Day Kaarst (Foto 3/3)
Nach einer über zweistündigen Diskussion über das Fediverse gab's eine kleine Stärkung mit Abschlussgesprächen im Hof.




